Seit Juni ziehen drei große Trommeln auf Podesten am Karl-Wöhr-Platz jede Menge Besucher an, die sich neugierig fragen, was dies für außergewöhnliche Objekt sind. Es handelt sich um sogenannte Zootrope.
Diese sind die letzte noch ausstehende Maßnahme des Ellwanger Innenstadtprogramms "Stadt.Neu.Erleben.", deren Fertigstellung aufgrund der Baumaßnahmen rund um den Platz erst jetzt der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte. Die drei Objekte mit dem Namen „Pferdekino“ sollen zum Entdecken, Ausprobieren und zum Verweilen einladen.
Die Idee zum diesen Objekten wie auch zum Scheibenpferd am Marktplatz kam vom Heidelberger Planungsbüro city concepts: Da das Aufstellen klassischer Spielgeräte und ursprünglich angedachter übergroßer Schaukelpferde nicht möglich war, wurde ein Ansatz entwickelt, der auf Interaktion, visuellem Erleben und dem Spiel mit Perspektiven setzt. Spielen wurde dabei bewusst weiter gefasst und als Drehen, Schauen, Wahrnehmen und Mitmachen interpretiert.
Mit dem Scheibenpferd am Marktplatz wurde im Herbst 2025 das erste Objekt dieses Konzeptes aufgestellt. Aus bestimmten Perspektiven wirkt das dortige Pferd nahezu transparent und verschmilzt mit dem Hintergrund, aus anderen erscheint es klar konturiert und plastisch. Diese Wirkung macht es zu einem visuellen Erlebnis und zu einem besonderen Fotomotiv.
Für den Karl-Wöhr-Platz wurden die drei Zootrope („Pferdekino“) entwickelt, bei denen durch das Drehen einer Trommel Pferdebilder in Bewegung kommen. Das funktioniert durch eine optische Täuschung. Die Geräte mit dieser Funktionsweise gelten als Vorläufer des Kinos.
Dabei muss man ein bisschen probieren, bis man die kleinen Filme gut sehen kann: Hier sind der individuell richtige Abstand zu den Sehschlitzen und die passende Drehgeschwindigkeit zu finden.
Geplant und umgesetzt wurde alle drei Objekte in einer besonderen Kooperation: Aufgrund der technisch-handwerklichen Ausrichtung und Expertise wurde die techma angefragt. Mit Fürst Stahl- und Metallbau in Essingen kam ein gewerblicher und Ausbildungspartner ins Boot.
Das Projekt war besonders: Es gab keine "Vorlage", sondern die drei großen Trommeln, die man in Bewegung setzt und einen kleinen Film sieht, mussten erst einmal entworfen und dann als Einzelanfertigungen umgesetzt werden. Auch die Bilderreihen wurden mit viel Kreativität durch Schülerinnen und Schüler des Technischen Gymnasiums im Profilfach Gestaltungs- und Medientechnik entwickelt.
Die verschiedenen Aufgaben vom Entwurf bis zum fertigen Endprodukt wurden als Kooperation verschiedener Ausbildungsgänge, Lehrer und SchülerInnen, Stahl- und Metallbau Fürst und dem Ellwanger Stadtmarketing erledigt.
Auch nach dem Aufstellen in der Innenstadt bleibt dieses Projekt aufgrund des experimentellen Charakters etwas sehr besonderes. Die Zootrope bereichern die Stadt.
Beim Pressetermin danken OB Michael Dambacher und Citymanagerin Verena Kiedaisch allen Projektpartnern für die gelungene Umsetzung, insbesondere Klaus Fürst vom gleichnamigen Stahl- und Metallbauunternehmen sowie der techma mit dem Schulleiter Robert Knietig, dem Abteilungsleiter Richard Keck, den Fachlehrern Dr. Frank Hegel, Martin Jörg, Roland Hartmann sowie den Schülerinnen und Schülern der techma und des Technischen Gymnasiums.






